Keine Schulexperimente in Willich

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Die FDP-Fraktion in Willich hat sich aktuell mit der Schulentwicklung und dem im Schulaussschusss vorgelegten Schulentwicklungsplan der Fa. Komplan beschäftigt.

„Generell“, so Hans Gerd Segerath, stellv. Fraktionsvorsitzender der Kreis-FDP und Mitglied im Kreisschulausschuss „lehnt die FDP die „Gemeinschaftsschule“ ab. Ihre landesweite Genehmigung führe zu einem Verdrängungswettbewerb, der letztlich alle Schulformen der Sekundarstufe I – auch die Realschule – sterben lasse. Und: Die Gemeinschaftsschule erhalte Privilegien, die die anderen Schüler/innen benachteiligt!

Bezogen auf die Stadt Willich sieht die FDP-Fraktion lt. Ihrem Vorsitzenden und zugleich auch schulpolitischen Sprecher Franz-Josef Stapel keinen sofortigen Handlungsbedarf: „ Wir haben keine aktuell dringende Gestaltungsnotwendigkeiten, allerdings bestehen Gestaltungsmöglichkeiten, die wir auch nutzen sollten“.

Die demographische Entwicklung und die mangelnde Akzeptanz der Schulform Hauptschule lasse die Johannesschule bis an den Rand ihrer Existenzfähigkeit schrumpfen, meint auch Rolf Kirsebauer, Mitglied im Schulausschuss der Stadt Willich. Die Realschule habe nach Kenntnis der FDP keinerlei Interesse mit der Hauptschule in Form einer Verbundschule zu kooperieren. (Noch ist die Hauptschule übrigens als einzige in ihrer Existenz in der Verfassung verankert. Eltern haben einen Anspruch, ihre Kinder auf eine erreichbare Hauptschule schicken zu können.)

Auch der Ganztagsunterricht muss nach Ansicht der Liberalen in Willich weiter Priorität haben. Dazu Hans Gerd Segerath: „Der Bedarf an Ganztagsunterricht ist sowohl in der Grundschule wie auch in den Sekundarstufen ohne Zweifel hoch. Die Entwicklung unserer Gesellschaft erfordert zwangsläufig eine Ausweitung. Ganztagsschulen können erheblich besser notwendige gesellschaftliche Aufgaben übernehmen als Halbtagsschulen. Neben wissensvermittelnden Aufgaben müssen erzieherische, sozialisierende Aspekte in unserer sich schnell ändernden globalisierten Welt einen stärkeren Widerhall finden, um den Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Auf Dauer ist eine Ganztagsschule die effizientere Schule“.

Fraktionschef Franz-Josef Stapel fasst die Meinung der Liberalen zusammen: „Die Gründung einer sog. Gemeinschaftschule, die letztlich eine „kastrierte Gesamtschule“ ist, kommt nicht in Betracht. Sie ist zudem gesetzlich nicht legitimiert. Die Gründung einer zweiten Gesamtschule in Willich bleibt die einzige akzeptable Alternative, wenn wir dem Elternwillen Rechnung tragen wollen. Fast alle „Hauptschüler“ werden in der Stadt bleiben und wir werden aus den näheren Ortsteilen der umliegenden Städte und Gemeinden weitere Schüler erhalten. Außerdem haben mit Wekeln und Neersen weitere Stadtteile bebauungsfähige Flächen, auf denen vorzugsweise jüngere Familien mit Kindern siedeln. Die notwendige Anzahl von Schülern zur Einrichtung wird erkennbar erreicht werden. Gleichzeitig gewährleisten wir auch den Wunsch vieler Eltern, einen Anstieg der qualitativen Abitur-Abschlüsse für mehr Schüler in Willich durch den Ausbau der Sec. II-Möglichkeiten, Senkung der Auspendlerzahlen und weniger Ablehnungen zu gewährleisten“.