FDP: Neue Halle für Schiefbahn erwägen

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Stadt Willich. Die Schiefbahner FDP sieht die Saalproblematik in Schiefbahn keinesfalls gelöst. Sie will offen über eine neue Halle sprechen. Von Christian Heidrich und Willi Schöfer
Vom guten Willen der Anwohner der Kulturhalle in Schiefbahn abhängig sind nach Auffassung der Schiefbahner FDP Veranstaltungen in der Halle an der Schulstraße. Das kann so nicht bleiben, meinen die Liberalen. Sie bringen daher ins Gespräch, über eine neue Halle in Schiefbahn nachzudenken.

 

Hintergrund: Nach Protesten von Anwohnern der Halle hatte die Stadt eine neue Betriebserlaubnis für die Halle erlassen. Zuvor hatte sie von den Anwohnern schriftlich die Zustimmung zum weiteren Betrieb der Halle in einem bestimmten Rahmen und unter bestimmten Vorgaben erhalten. Unter anderem gibt es Regelungen zur Lautstärke.

Das sind Vorgaben, die bei Vereinen auf Kritik stoßen. Zum Beispiel bei der Schiefbahner St. Sebastianus-Bruderschaft, die Ende Januar ihre Hauptversammlung in der Halle hielt. An der Wand neben der Bühne war ein Gerät angebracht, das die Lautstärke misst. Erlaubt waren an dem Morgen 90 dBA. Als das Tambourcorps "Germania" beim Eintreffen der Schützen ein Ständchen spielte, zeigte das Messgerät 102 dBA an.

Über derartige Kontrollen und Einschränkungen schüttelten die Schützen nur den Kopf. Der Erste Brudermeister Manfred Hendricks sagte: "Es darf mit diesen Reglementierungen nicht so weiter gehen, bis unser Brauchtum ganz am Boden liegt." Auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes hatte bei der Versammlung sein Unverständnis über die Reglementierungen und die "in einigen Punkten unverständliche Bauordnung" geäußert. Er forderte, der Landtag müsse schnellstens tätig werden und neue gesetzliche Bestimmungen erlassen, "um ein Aussterben der Brauchtumsvereine zu verhindern".

Darauf wollen sich die Liberalen aber nicht verlassen. Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Franz-Josef Stapel meint, dass eigentlich gar nichts geregelt sei. Die mit den Anwohnern getroffenen Regelungen hätten juristisch keinen Bestand. Zudem hält er es für nicht hinnehmbar, dass – wie jüngst bei einer Veranstaltung von Blitz Schiefbahn – der Dezibel-Zähler einer Tanztruppe während des Auftritts auf der Bühne den Saft abgedreht hat. Wenn die Stadt 200 000 Euro in de Ertüchtigung der Halle stecke, löse das keine Probleme. Stattdessen müsse offen und nicht im Hinterzimmer hinter verschlossenen Partei-und Verwaltungstüren über alternative Lösungen gesprochen werden. Die könnte eine neue Halle für Schiefbahn sein.

Der FDP-Ehrenvorsitzende Franz Weber sagt: "Ich bin überzeugt, dass man in vernünftigen Gesprächen mit den Vereinen in Schiefbahn Lösungen finden kann." Sein Parteifreund Heinz Icks kann sich vorstellen, das Stadtarchiv, die Aktivitäten der Schiefbahner Heimatfreunde und andere öffentliche Angebote in eine neue Lösung zu integrieren. Ein entsprechendes Gelände für eine solche Halle dürfte sich schnell finden lassen, meint er.

Bei der Schützenversammlung hatte auch Brudermeister Hendricks seine Meinung zu der beabsichtigen Ertüchtigung der Kulturhalle: "Man sollte sich mal lieber Gedanken für eine eigene Halle in Schiefbahn machen, anstatt bald 200 000 Euro in die Kulturhalle zu investieren", hatte er gesagt.

Stapel sagt, es müsse offen darüber gesprochen werden, ob eine Kooperation von Privatleuten und öffentlicher Hand Sinn mache, um eine Lösung zu finden. Dabei müsse auch die Frage angesprochen werden, welche monatlichen Kosten dann möglicherweise auf alle Beteiligten zukommen könnten. Sollte es zu einer solchen Lösung kommen, könnte die Stadt die Kulturhalle verkaufen und den Erlös in ein neues Projekt investieren.

 

Schlagworte: Schiefbahn, Kulturhalle